Was Dir die Reichsbahn sein will:

Die Reichsbahn, Dein zuverlässiges Verkehrsmittel

Alltäglich benutzen Millionen von Reisenden die Züge der Deutschen Reichsbahn zur Fahrt an den Arbeitsplatz, zum Besuch lieber Angehöriger und Freunde. Es gibt viele Anlässe, einen schmucken Zug der Reichsbahn zu besteigen. Ein wichtiger Grund, die Bahn für eine Reise zu wählen, ist die Sicherheit, gut am Ziel anzukommen. Daß dies gewährleistet ist, dafür sorgen die pflichtbewußten Männer des Flügelrades.*

Die Reichsbahn im Jahreslauf

Grenzlandfahrt im Osten

Wenn die ersten Sonnenstrahlen den herbstlichen Raureif langsam aufzulösen beginnen, haben zahlreiche Reichsbahner schon längst ihren schweren Dienst angetreten. Frühzüge bringen Schüler und Arbeiter an ihr Ziel, lange Güterzüge sorgen für Nachschub in vielen weit verstreuten Fabriken. So erfüllt die Reichsbahn in allen Jahreszeiten ihre Aufgabe zum Wohle des deutschen Volkes.*

 

Vom Personal der Reichsbahn

Bei Nacht

Nachts, wenn alles schläft, ruht die Eisenbahn und ihr Personal nicht. Ist auch die Zahl der in der Nacht fahrenden Personenzüge geringer als am Tage, so muß die Eisenbahnverwaltung doch gerade die Nacht ausnutzen für die Beförderung der Güterzüge. Wer morgens ein Gut zugestellt erhält, denke daran, daß es fleißige Eisenbahner während der Nacht zugefahren haben, verantwortungsvoll bei Wind und Wetter tätig, auf dem Führerstand der Lokomotive, im Bremserhäuschen der Güterwagen, auf dem Ladeboden der Güterabfertigung und auf dem Rangierbahnhof.*

Was dir die Reichsbahn sein will

Dienst im Stellwerk

 

Aus der örtlichen Bedienung der einzelnen Weichen in der Frühzeit der Eisenbahnen hat sich die Zusammenfassung der Weichen eines Bahnhofteils im Stellwerk entwickelt. In den Stellwerken sind meist auch die Signalhebel und die Blockwerke vereinigt. Die Anfangs- und Endstellwerke der Bahnhöfe sind wichtige Betriebsstellen, vollzieht sich doch bei ihnen der Übergang von der freien Strecke auf die Bahnhöfe. Aufmerksam verfolgen die Männer des Stellwerks Tag und Nacht die durchgehenden Zugfahrten und die Bewegung auf den Bahnhöfen. Weite Aussicht bietet der Dienstraum dem wachsamen Auge des Weichenstellers. Ob du selber im Schlafwagen durch die Nacht fährst oder kostbares Gut einem Nachtgüterzug anvertraut hast, Tausende von Stellwerksmännern sind auf ihrem Posten, und keine Bewegung auf dem Schienenstrang entgeht ihnen.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Wieviel Stellwerke hat die Reichsbahn?

Wie im Menschenhirn die Nerven, so laufen im Stellwerk Signal- und Weichendrähte zusammen. Hier wird das Stellen der Signale und Weichen zur sicheren Durchführung des Zugverkehrs von einer Stelle bewerkstelligt.

 

              17 869 Stellwerke zählt die Reichsbahn, davon

              15 727 auf Bahnhöfen

                2 142 auf freier Strecke.

 

Der größte Teil der Stellwerke ( 16 936= 94,78 v.H. aller Stellwerke ) ,wie auf dem Bild mechanisch durch Menschenkraft bedient; elektrisch werden 862 und durch Druckluft 71 Stellwerke betrieben. 39 110 Menschen sind im Stellwerksdienst bei der Reichsbahn tätig, und sie bedienen:

 

                73 742 Signalhebel und Kurbeln,

                59 417 Fahrstraßenhebel und -kurbeln,

              150 624 Weichen-, Gleissperren-, Riegelhebel und -kurbeln,

                35 926 elektrische Antriebe für Weichen und Signale,

                     232 Preßgasantriebe.*

Was dir die Reichsbahn sein will:

Reichsbahn und Jugend

Wer hat nicht selbst einmal dagestanden wie diese Kinder und nach den Zügen oder Rangierbewegungen, nach Signalen oder Weichen geschaut! Das alles muß studiert werden wie die Schranke selbst mit ihrem geheimnisvollen Läutewerk.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Elektrische Speichertriebwagen

Auf den elektrisierten Strecken der Reichsbahn ist es leicht, den Personenverkehr durch Einsatz von elektrischen Wechselstromtriebwagen zu vervollkommnen. Diese gestalten den Fahrplan dichter und bieten dem Reisenden auch in verkehrsschwachen Zeiten eine Fahrgelegenheit. Für die große Zahl der noch nicht auf elektrische Zugförderung umgestellten Strecken muß die "elektrische Zentrale", in Akkumulatoren zusammengedrängt, in den sog. Speichertriebwagen auf die Reise mitgenommen werden. Die Motoren dieser Wagen werden während der Fahrt aus den Speicherbatterien, die an den Enden der Wagen oder unter dem Wagenkasten untergebracht sind, gespeist. Zur Aufladung der Batterien sind besondere Aufladestationen eingerichtet.

Speichertriebwagen, schon vor dem Kriege im Betrieb, sind ständig verbessert worden. Anfang 1932 hatte die Reichsbahn 183 Wagen zur Verfügung. Neuerdings ist an ihre Seite der Triebwagen mit Verbrennungsmotor getreten.*

Reichsbahn und Technik

Stahlbrückenbau

Die Erhöhung der Lasten in der Nachkriegszeit hat dem Brückenbau der Reichsbahn viele neue Aufgaben gestellt. Die Fortschritte der Brückentechnik und der Wille zu neuen schlicht-schönen Formen offenbaren sich in diesen Bauten.*

Reichsbahn und Landschaft

Die Pommersche Seenplatte

Alle Nebenbahnen, die von der ostpommerschen Hauptbahn Stargard- Danzig in östlicher Richtung abzweigen, führen in das Hügelland der " pommerschen Seenplatte" hinein. In diesem Gebiet finden sich die schönsten Ausprägungen norddeutscher Landschaft. In einer Ausdehnung von fast 300 Km folgen bis nach Westpreußen hinein Hügel und Wälder, Flußläufe und Seen in reizvoller Abwechslung.*

Die Reichsbahn im Jahreslauf

Der Weg aus Stahl

Herbstliche Schauer jagen über das Land. Der Winter sendet seine Vorboten über diese pommersche Landschaft. Von der ersterbenen Natur hinweg zieht das stählerne Schienenband den Blick und weist ihn in die Ferne.*

Mit der Reichsbahn durch deutsche Lande

In der pommerschen Ostmark

Die Hauptverkehrsader Hinterpommerns ist die Bahn Stargard- Köslin- Stolp- Groß Boschpol, die durch den Weichselkorridor nach Danzig weiterführt. Die Fahrt auf dieser Strecke, die durch einen Teil der Pommerschen Seenplatte hindurchführt, ist reich an landschaftlichen Abwechslungen. Kennzeichnend für das ostpommersche Landschaftsbild sind die vielen Küstenflüsse, die von dem Höhenrücken in oft stark eingeschnittenen Tälern der Ostsee zuströmen. Das Bild zeigt die Überquerung eines dieser Flüsse im ostpommerschen Grenzgebiet.*

Architektur bei der Reichsbahn

Der Natur angepaßt

Ganz falsch ist der Glaube, die Natur der Landschaft werde auf jeden Fall durch die Bauten der Technik verunstaltet. Unsere Architekten und Ingenieure  sind voll Verständnis bemüht, ihre Kunst der Natur anzupassen. Bei Bahnhofsbauten und Kunstbauten der Eisenbahnstrecke ist es oft musterhaft gelungen, dem Volkscharakter und dem Landschaftsgefüge Rechnung zu tragen. Wie gut paßt sich als Beispiel der Viadukt auf dem Bild in die Landschaft ein. Man würde geradezu etwas vermissen, wäre hier der über der Steinbrücke rollende Triebwagen nicht vorhanden.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Signale, Hüter der Sicherheit

Über 100 000 ortsfeste Signale weisen den Zügen der Deutschen Reichsbahn den Weg. Am Tage ist es die Stellung der Signale, während es bei Dunkelheit Lichtzeichen sind, die dem Lokomotivführer " Freie Fahrt " angeben oder " Halt" gebieten. Die Lampen der Signale bedürfen sorfältiger Überwachung und Pflege. Sie müssen regelmäßig gereinigt werden, damit ihre Lichtzeichen auch bei Abblendung stets klar und deutlich zu erkennen sind.*

Die Eisenbahner und ihre Reichsbahn

Der Streckenläufer

Tagaus, tagein beobachtet der Streckenläufer auf seinen Gängen den Bahnkörper und übernimmt damit für den Fahrgast der Reichsbahn die Sorge um den betrieblichen Zustand der Strecke. Wetterfeste Männer mit einem guten Erkennungsvermögen für Gefahrenquellen erfordert dieser Beruf. Doppelte Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn Nebel oder Schneesturm die Sicht erschwert.*

Reichsbahn und Technik

Die Silouette der Lokomotive

 

Erst in dem letzten Jahrzehnt wurde die Schönheit der Technik richtig erkannt. In der Art, wie der Ingenieur ein Bauwerk oder eine Maschine nach der Zweckbestimmung gestaltet, wird als eine ästhetische Befriedigung empfunden. Form und Linie einer modernen Schnellzugslokomotive mit ihrem "schnittigen" Bau, die Verkörperung von Kraft und Schnelligkeit, gelten mit Recht als schön.*

Der Eisenbahner als Kleinlandwirt

Heuernte am Bahndamm

Für den deutschen Menschen, der als Gefolgschaftsmitglied der Reichsbahn im Dienste des deutschen Verkehrswesens tätig ist, ist es wichtig, wo es nur angängig ist, mit dem deutschen Boden verwurzelt zu sein. Gerade der Verkehr hat in seiner Eigenart  das Element der Unrast, und wer seinen Lebensberuf bei der Eisenbahn hat, muß oft viele Tausende Kilometer fahren. Um so mehr muß die Liebe zum Boden gepflegt werden.- Die Reichsbahn hat einen für die Kleinlandwirtschaft der Eisenbahner in Betracht kommenden Grundbesitz von 70000 Hektar. Dieser wird in unzähligen Geländestreifen Tausenden von Eisenbahnern gegen geringe Pacht zur Bewirtschaftung überlassen. Der Verband Reichsbahn- Kleinlandwirtschaft E.V. hat die Bedeutung der Kleinlandwirte unter den Eisenbahnern in Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand übernommen.*

Reichsbahn und Technik

Die Schnellzuglokomotive

Die Deutsche Reichsbahn übernahm 1929, als sie aus den verschiedenen Staatsbahnverwaltungen entstand, mehr als 200 verschiedene Gattungen von Lokomotiven. Die mit dieser Vielzahl von Lokomotiven verbundenen Nachteile, insbesondere in der Unterhaltung, legten eine weitgehende Vereinheitlichung auf diesem Gebiet nahe. So wurden die sogenannten " Einheitslokomotiven " der Deutschen Reichsbahn entwickelt, von denen eine, die Schnellzuglokomotive der Baureihe 03, in unserem Bild gezeigt wird. Sie befördert leichte Schnellzüge  mit einer Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern. Wie bei allen Einheitslokomotiven, verbindet sich auch bei der 03- Lokomotive Schönheit und Macht der Form in wohlgelungener Weise mit der technischen Gestaltung.*

Der Güterverkehr der Reichsbahn

Bier

Unter den Hauptgütergruppen, die die Reichsbahn befördert, steht Bier an 22. Stelle. Die stark entwickelte Brauerei- Industrie führt der Reichsbahn Transporte zu, die rund 0,3% des gesamten Güterverkehrs ausmachen.

Die Bierindustrie ist größtenteils bodenständig, ihre Standorte sind auf Absatz- und Verkehrsrücksichten zurückzuführen. Kleinere Brauereibetriebe liegen im ganzen Lande verteilt. Großbrauereien befinden sich hauptsächlih in den weinlosen und weinarmen Gegenen, wo ein größerer Absatz gewährleistet ist. Ein Hauptsitz der Bierindustrie ist Bayern, wo München, Nürnberg, Kulmbach, Augsburg und Würzburg durch Biererzeugung bekannt sind. Das bayrische Bier genießt in ganz Deutschland und im Ausland große Wertschätzung. Von den 20 Münchenern Großbetrieben wurden im Jahre 1928 allein über 19 000 Wagen mit 165 000 t Bier der Reichsbahn zur Beförderung zugeleitet. Der Gesamtausstoß von Bier im Bezirk München betrug im letzten Jahre 6,9, in Nürnberg 4,6 Millionen hl.

Weitere bemerkenswerte Brauereigebiete liegen am Rande der mitteldeutschen Gebirgsschwelle in Breslau, Dresden und Leipzig und ferner in dem städtereichen Niederrheinisch- Westfälischen Industriegebiet, wo besonders Dortmund zu nennen ist. In dem weinlosen Norddeutschland liegt das Schwergewicht der Bierbrauerei in Berlin, wo 37 Betreibe im letzten Jahre 5,2 Millionen hl erzeugten. Der Anteil der Berliner Biererzeugung an der deutschen Gesamtproduktion von etwa 55 Millionen hl beträgt etwa 10%.

Größere Biermengen werden von der Reichsbahn je nach der Jahreszeit in besonderen Bierwagen befördert, die mit Eiskühlung ausgerüstet sind. Viele Transporte laufen auf der Reichsbahn nach dem Ausland, gehöhrt doch Deutschland mit 550 000 hl jährlicher Ausfuhr zu den wichtigsten Ausfuhrländern für Bier.*

Der Fuhrpark der Reichsbahn

Auf der Reichsbahn mit ihren 53 000 Km Betriebslänge rollen über 800 000 Fahrzeuge, die- aneinandergereiht- eine Schlange von über 8 000 Km Länge bilden würden, eine Entfernung von Paris über Berlin und Moskau bis zum Baikal See. Der Wagenpark stellt ein ungeheures Kapital dar, das auf etwa 6,3 Milliarden Mark beziffert wird, das sind 30% des Anlagekapitals der Reichsbahn.

 

 

     Am Ende des Jahres 1925 bestand der Fahrzeugpark der Reichsbahn aus:

 

     27 600 Lokomotiven mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 12 Jahren

       1 000 Triebwagen    -      -                 -                         -         -   13    -

     63 900 Personenwag.-      -                 -                         -         -   17    -

     21 800 Gepäckwagen-      -                 -                         -         -   14    -

    690 000 Güterwagen  -      -                 -                          -         -   13    -

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Der Rangierbahnhof

Mag auch immer mit dem Begriff Rangierbahnhof die Vorstellung verbunden sein von einer Fläche, bedeckt mit unzähligen, parallel zueinander verlaufenden Gleisen, da und dort von Schienensträngen durchschnitten, auf denen weit hörbar die Wagen aufeinanderprallen, die Dampfpfeifen der Lokomotiven schrill ertönen, in deren Umgebung die Häuser von Rauch und Ruß geschwärzt sind, so belehrt uns das Bild, daß auch er zuweilen einer gewissen Poesie nicht entbehrt. Diesen malerischen Anblick, wie ihn das Bild wiedergibt, bietet der Bahnhof Stargard/ Pom. , an der wichtigen Schienenverbindung zwischen Reich und Ostpreußen. Als Sammel- und Verteilbahnhof des im Pommernland aufkommenen Verkehrs hat der Bahnhof Stargard wichtige Aufgaben zu erfüllen.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Oberbaupflege

Unter dem Begriff Oberbau werden bei der Eisenbahn Schiene und Schwelle, in Schotter gelagert, zusammengefaßt. 18 Jahre pflegt bei der Reichsbahn ein neues Gleis in einem Hauptgleis der Fern- D- Zug- Strecken zu liegen. Nach dem Ausbau aus Gleisen I. Ordnung und Sonderklassen findet der Oberbau nacheinander in Gleisen II. und III. Ordnung Verwendung, ehe Schienen und Schwellen als Altmaterial verkauft werden. Die 123 000 Km Gleise der Reichsbahn verteilen sich Anfang 1932 auf rund 10 000 Km Gleise der Sonderklasse ( FD- Zug- Verkehr ), 41 000 Km Gleise I. Ordnung, 48 000 Km Gleise II. Ordnung, 24 000 Km Gleise III. Ordnung. Nach dem Betriebszweck der Gleise entfallen von den 123 000 Km rund 54 000 Km auf durchgehende Hauptgleise bei Hauptbahnen, rund 24 000 Km auf den durchgehenden Hauptgleisen bei Nebenbahnen und rund 45 000 Km auf Nebengleise. Bei dem Gleisumbau wird die Arbeit der " Rotten " der Eisenbahnarbeiter u. a. durch Gleisbaumaschinen, Schotterselbstentladewagen und Gleisstopfmaschinen erleichtert.*

Architektur bei der Reichsbahn

Stellwerke

Zu den wichtigsten Betriebsstellen der Reichsbahn gehören die Stellwerke; enthalten sie doch die Einrichtungen für die Bedienung der Weichen und Signale und für die Sicherung der Zugfolge. Sie sind mit Stellwerksbeamten besetzt, die die Zugfolge im Zugverkehr regeln. Trotzdem die Stellwerke für den inneren Dienstbetrieb bestimmt sind und von den Reisenden weniger gesehen werden, geht auch hier das Bestreben der Reichsbahn dahin, technisch hochwertige und dabei äußerlich gefällige Bauten zu schaffen. Je nach Aufgabe und Lage des Stellwerks werden Turm-, Brücken- oder Reiterstellwerke ausgeführt. Das obige Bild zeigt ein Brückenstellwerk im Verschiebebahnhof Stargard, das in eine architektonisch gefällige Form gekleidet ist.*

 

Die Eisenbahner und ihre Reichsbahn

Der Rangierer

Die Leistungsfähigkeit der Reichsbahn im Güterverkehr hängt im hohen Maße von der beschleunigten Abwicklung des Rangierdienstes auf den großen Verschiebebahnhöfen ab. Die Auflösung der Züge und die Neubildung muß mit schnellem Durchfluß über die Ablaufberge erfolgen. Hart ist der Dienst auf den Rangierbahnhöfen bei Wind, Wetter und in Winternächten. Alle Nerven müssen bei Dunkelheit angespannt sein, um Fehllauf und Beschädigungen der Wagen zu vermeiden.*

Die Eisenbahner und ihre Reichsbahn

Der Lokomotivführer und sein Heizer

 

 

Der Dienst auf der Lokomotive ist schwer und verantwortungsvoll. Ganze Männer müssen es sein, die hier mit Erfolg bestehen wollen, Männer mit scharfen Sinn und harten Fäusten. Und noch mehr: Die Arbeit zu zweien, das Aufeinanderangewiesen sein von Führer und Heizer in stundenlanger Fahrt erfordern von beiden über das selbstverständliche Hand- in- Hand- Arbeiten hinaus Kameradschaft und Verbundenheit miteinander. Oft fahren sie denn auch jahrelang zusammen, der Führer mit " seinem" Heizer, als zwei unzertrennliche Gefährten.*

 

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Versorgung der Lokomotiven mit Kohle

Über 30 000 t ( 600 000 Zentner ) braucht die Reichsbahn täglich für die Befeuerung ihrer 22 000 Dampflokomotiven. Das sind im Jahr 11 Millionen t oder 220 Millionen Zentner im Wert von fast 200 Millionen RM. 7 bis 10 t fast der Kohlentender einer Lokomotive. Eine Zugfahrt von Berlin nach München ( 653 Km ) im D- Zug verschlingt nahezu 140 Zentner Kohle im Wert von 120 RM. Ein Güterzug von Frankfurt bis Basel ( 341 Km ) verbraucht fast 100 Zentner Kohle im Wert von etwa 83 RM.- Bei einfacheren Anlagen wird das Bekohlen der Lokomotiven mit einem Drehkran unmittelbar aus dem sogenannten Kohlenbansen vorgenommen ( Bild ), für größere Lokomotivstationen werden die modernen " Hoch"bekohlungsanlagen verwandt. Eine moderne Bekohlungsanlage mit Portalkran kann über 400 t Tagesleistung aufweisen. Der Kohlebunker liegt zwischen den beiden Beinen des Portalkrans, der über die Vorratslager der Kohlen, die Kohlenbansen, hinüberragt; auf ihm läuft ein besonderer Kran, der mit seinem Greifer die Kohlen aus dem Bansen in die Bunker befördert. Die Kohlenzuführungsgleise liegen rechts und links vom Bansen. Die Bunker sind mit Wiegevorrichtungen bzw. Meßgefäßen verbunden, damit die aus dem Bunker in die Tender der Lokomotive verabfolgte Kohlenmenge genau festgestellt werden kann. Anschließend an die Bekohlung wird Wasser genommen.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Der Wasserkran

Zum Dampflokbetrieb gehört eine gute Wasserversorgung. Das Wahrzeichen der Wasserentnahmestellen der Lokomotiven ist der Wasserkran. Wo Lokomotiven für den Betrieb bereitgestellt werden- an den Bekohlungs- und Entschlackungsanlagen- stehen sie und neben den Bahnsteigen größerer Zwischenbahnhöfe, wo Lokomotiven durchlaufender Züge ihren Wasservorrat ergänzen. Große Krane leisten bis zu 5 Kubikmeter Wasser in der Minute, so daß dort schwere Lokomotiven in 2 bis 3 Minuten ihren Wasservorrat auffüllen können. Im ganzen gibt es bei der Reichsbahn 7666 Wasserkrane.*

Reichsbahn und Technik

Neue Güterzuglokomotiven

Noch heute sind bei der Deutschen Reichsbahn eine große Zahl von Güterzuglokomotiven im Einsatz, die noch aus der Länderbahnzeit stammen. Diese nach dem heutigen Stand der Technik veralteten Baureihen werden nach und nach durch leistungsfähige Einheits- Güterzuglokomotiven ersetzt.*

Was dir die Reichsbahn sein will:

Rangierdienst

Unter den vielen Männern des Flügelrades, von denen die sichere und pünktliche Betriebsführung abhängt, sind nicht zuletzt die Rangierer zu nennen. Im Allgemeinen kennst du sie nur von der Arbeit auf den Personenbahnhöfen beim Maschinenwechsel oder beim Umsetzen von Kurswagen. Weitaus umfangreicher ist ihre Arbeit auf den großen Rangierbahnhöfen und Güterbahnhöfen und bei der Bedienung von Gleisanschlüssen, Ladegleisen oder Hafenanlagen. Unbeirrt von Witterung und Jahreszeit, in der glühenden Hitze eines Sommermittags wie in der eisigen Winterzeit sind sie bei der Bildung und Umstellung der Züge tätig. Eine harte und dabei unfallgefährdete Arbeit haben sie zu leisten. Es gibt wohl keinen Beförderungsakt bei der Eisenbahn, mit dem nicht ein Stück Rangierarbeit verbunden ist. An jedem Gut, jeder Stückgutsendung oder Wagenladung, die du von der Eisenbahn erhältst, hängt ein Stück Arbeit dieser deutschen Volksgenossen.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Beschleunigung des Nahgüterzugdienstes durch Kleinlokomotivem

Zur Verbesserung der Verkehrsbedienung im Nahgüterverkehr auf kleineren Unterwegsbahnhöfen, denen zur Bedienung der Ladestraßen und Güterschuppen, zum Ein- und Aussetzen von Wagen eine örtliche Rangierkraft bisher nicht zur Verfügung stand, hat die Reichsbahn seit 1929 sogenannte Kleinlokomotiven eingesetzt. Diese Motorlokomotiven entlasten die Zuglokomotiven von der Rangierarbeit unterwegs und verkürzen damit die Aufenthaltszeiten der Nahgüterzüge erheblich. Eine derartige Maßnahme wirkt sich dann besonders günstig aus, wenn eine ganze Reihe Bahnhöfe derselben Strecke mit Kleinlokomotiven ausgerüstet ist. Die Betriebsführung der Bahnhöfe mit Kleinlokomotoven läßt sich allgemein beweglicher gestallten. So kann den Wünschen der Verfrachter durch Einstellung eiliger Frachten in schnellfahrende Züge, durch Bereitstellen und Umsetzen von Wagen auf Ladestraßen oder Anschlußgleisen leicht Rechnung getragen werden. 1932 waren etwa 100 Kleinlokomotiven in Betrieb, davon 1/4 mit einer Leistung von 25 PS und 3/4 mit einer Leistung von 40- 60 PS. Etwa die Hälfte der Fahrzeuge besitzt Dieselantrieb, 5 elektrischen Antrieb unter Ausrüstung mit Akkumulatoren und 6 benzol- elektrischen Antrieb.*

Das Personal der Reichsbahn

Im Durchschnitt betrug die Zahl des Personals der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft im Jahre 1925 ungfähr 733 000 Köpfe, die sich auf die verschiedenen Beschäftigungsarten verteilen. Jeder 23. beruflich tätige Deutsche steht im Dienste der Reichsbahn. Nahezu jede 25. reichsdeutsche Person gehört einer Reichsbahnerfamilie an.

 

                                      Beamte...............331 700

                                      Arbeiter................401 300

 

davon:

                    Verwaltung                   32 100

                    Bahnunterhaltung        113 500

                    Bahnbewachung           32 600

                    Bahnhofsdienst           231 300

                    Zugbegleitung               58 100

                    technischer Dienst      126 300

                    Werkstattdienst          139 100*

Die Eisenbahner und ihre Reichsbahn

Der Lokomotivführer

Er ist verantwortlich für den sicheren Lauf seiner Lokomotive. Ihm vertrauen sich täglich Tausende von Reisenden an. Jede Schraube muß sitzen, die Lager dürfen nicht heißlaufen, kein Signal darf bei der Fahrt übersehen werden. Die Anspannung aller Sinne wird vom Lokomotivführer verlangt. Auf ihm ruhen, zusammen mit seinem Begleiter, dem Heizer, zum großen Teil die sichere Durchführung des Betriebes auf dem Fahrweg, der von dem Eisenbahnern auf den Stellwerken in verantwortungsvoller Arbeit richtig eingestellt wird.*

Aus dem Betriebe der Reichbahn

Vom Lokomotivdienst

Gebändigt in ihrer Kraft stehen die Lokomotiven auf den Gleisen am Schuppen. Hohe Rauchsäulen stoßen sie in die Luft, ungeduldig, ihre Kräfte spielen zu lassen. Aus anderen Schornsteinen entschwinden die letzten Rauchschwaden, und bald findet die Maschine im Schuppen Ruhe von anstrengender Fahrt. Am Abend, wenn die Lokomotive von der Zugfahrt heimkehrt, rollt sie über Gleise und Weichen zur Kohlenladestelle; bevor ihr Feierabend anbricht, wird sie zur nächsten Fahrt versorgt, ihr Tender mit Kohlen beladen und mit Waseer gefüllt. Sind die verschlackten Roste gereinigt, die Rauchkammer vom Ruß und von der Lösche befreit, wird die Lokomotive in den Schuppen gefahren. Die Feuermänner versorgen die Maschine und legen am nächsten Morgen das Feuer zur nächsten Fahrt an, machen Dampf und richten die Lokomotive zur Arbeit her. Schnaufend steht das Dampfroß zur neuen Fahrt bereit, Lokführer und Heizer übernehmen nach genauer Prüfung ihre Lokomotive  und setzen sie vor den Zug. Die Reichsbahn besitzt rund 23 000 Lokomotiven. Die Lokomotiven erreichen durchschnittlich ein Alter von 14 Betriebsjahren. 64 800 Lokomotivführer und Heizer tun bei der Reichsbahn Dienst, und neben ihnen ist ein Personal von 36 000 Betriebsarbeitern und Handwerkern im Lokomotivdienst tätig.*

Tierbeförderung auf den Eisenbahnen

Schlachtvieh

Zu dem lebenswichtigen Versorgungsverkehr auf den Eisenbahnen gehört auch die Beförderung des Schlachtviehs für die Belieferung der Städte, der Wehrmacht und der sonstigen Verbrauchsstellen. Durch entsprechende Verlademöglichkeiten und schnelle Beförderung sorgt die Reichsbahn dafür, daß das kostbare Gut wohlbehalten auf dem Bestimmungsbahnhof ankommt, von dem es über den Schlachthof den Weg in die Fleischereien findet. Für längere Transporte ist in bestimmten Zeitabständen ein Unterwegsaufendhalt vorgeschrieben, der zur Fütterung und Tränkung der Tiere ausgenutzt wird. So dient der Einsatz der Reichsbahn auch hier dem Ziel, dem deutschen Volk den Erfolg der Arbeit seiner Bauern und Landwirte ungeschmälert zu erhalten.*

Was dir die Reichsbahn sein will

Die Steinkohle im Eisenbahnbetrieb

Der Kohlenverlader füllt die Kohlehunt
Der Kohlenverlader füllt die Kohlehunt

Kohle ist Arbeit! Wenn dich die Dampflokomotiven der Reichsbahn mit Schnellzug- geschwindigkeit durch die Fluren deiner Heimat führen, so denke daran, daß du die Fahrt der in der Kohle wohnenden Energie verdankst, welche die kunstvoll erdachte, von vielen deutschen Männern  entwickelte Maschine in Bewegung verwandelt. Zwiefach ist Kohle Arbeit! In Jahrmillionen hat sie die strahlende Energie der lebendsspendenden Sonne aufgespeichert. Und wenn wir jetzt diese gesammelte Arbeit in der Glut der Kesselfeuerung uns dienstbar machen, so hängt weiter die Arbeit vieler tausend fleißiger deutscher Arbeiterfäuste daran, die die Kohle dem dunklen Schoße der Mutter Erde entrangen, anderer, die sie bis zum Verwendungsort fördern. Reiche Kohlenlager besitzt Deutschland. Der Steinkohlenverbrauch der Reichsbahn geht jährlich bis zu 13,5 Millionen Tonnen, was etwa 10% der deutschen Steinkohlenförderung entspricht. Jeder zehnte deutsche Bergarbeiter arbeitet also ausschließlich für die Reichsbahn. Tausende von Kohlenladen bei der Reichsabhn selbst ergänzen die Arbeit der Kumpels und schaffen die Kohle zum Tender hinauf, damit der Heizer sie verfeuern kann.*

Der Ölwart betreut die Schmierstoffe
Der Ölwart betreut die Schmierstoffe

Kohlentransporte

Abfuhr von Hausbrandkohle auf einem Güterbahnhof

Zu den alljährlich wiederkehrenden großen Transportleistungen der Reichsbahn gehört die Versorgung der Bevölkerung mit Hausbrandkohle. Je nach der Lage zu den Steinkohlen- oder Braunkohlenrevieren werden Anthrazit, Magerkohle, Koks, Braunkohle, Briketts und auch Rohbraunkohle als Hausbrand verwendet. Um diese Transporte beschleunigt und rechtzeitig abzuwickeln, ist besonders in der Abfuhr von den Bahnhöfen der Großstädte eine reibungslose Zusammenarbeit mit den Dienststellen des Straßenverkehrs notwendig. Auch die Mitarbeit der Bevölkerung in der Entladung und Abfuhr hat einen beschleunigten Transpormittelumlauf sichern helfen. Gemeinschaftsleistung hat hier gegenüber der Zeit im ersten Weltkrieg einen großen Vorsprung gebracht.*

Reichsbahn und Technik

Das fahrbare Anschlußgleis

In vielen deutschen Städten verkehrt bereits das Straßenfahrzeug der Deutschen Reichsbahn, das die Überführung von Eisenbahnwagen vom Bahnhof unmittelbar in den Werkhof eines Fabrikbetriebes gestattet. Die Eisenbahn kommt auf diesem fahrbaren Anschlußgleis dem Verfrachter oder Empfänger gewissermaßen " ins Haus". Die beiden Fahrgestelle tragen je eine Güterwagenachse und bilden mit dem Eisenbahnwagen nach dem Auffahren ein einheitliches, in sich unverrückbares Ganzes. Das Kurvenfahren geschieht daher nicht durch Drehen der Fahrgestelle unter dem Wagen, sondern wie beim Auto durch Einschlagen der 16 Räder, die an 8 kurzen Schwingachsen sitzen. Das Straßenfahrzeug wiegt 8 bis 9 t und kann zweiachsige Eisenbahnwagen bis zum Gesamtgewicht von 32 t mit beliebigen Achsabständen zwischen 3 und 8 m befördern. Der Raddruck beträgt bei Vollast nur 2,5 t pro Rad.*

Die Reichsbahn im Jahreslauf

Reichsbahn und Zuckerrübenverkehr

Besonders jahreszeitlich bedingte Anforderungen treten im Oktober an die Reichsbahn heran, wenn in wenigen Wochen die Zuckerrüben geerntet werden. In dieser kurzen Zeitspanne werden von der Reichsbahn rund 7,3 Millionen t Rüben den Zuckerfabriken zugeführt. Da neben diesem schlagartig einsetzenden Bedarf an offenen Güterwagen zur gleichen Zeit der Wagenpark der Reichsbahn schon durch Kartoffel-, Obst-, Düngemittel- und vor allem durch erhöhten Kohlenversand stark in Anspruch genommen ist, bedarf die Bewältigung dieses Massenverkehrs wohldurchdachter organisatorischer und betrieblicher Maßnahmen.*

100 Jahre deutsche Eisenbahn

100 Jahre Eisenbahnwagenbau

Die ersten Personenwagen auf den Deutschen Eisenbahnen waren der Form der Kutschen nachgebildet, deren Ausrüstung sich nach der Wagenklasse richtete. War man in der 3. Klasse, die vollständig offen war, ganz den Unbilden der Witterung ausgesetzt, so schützten die Reisenden der 2. Klasse Dach und Wetterschutzvorhänge, während die Abteile der 1. Klasse vollkommen abgeschlossen und mit Glasfenstern ausgerüstet waren.*

Zusammenarbeit mit dem Straßenverkehr

Auf dem Bahnhof Stargard in Pommern

Es gehört zu der Eigenart des Güterverkehrs auf der Schiene, daß die mit der Eisenbahn beförderten Güter, soweit sie nicht auf Anschlußgleisen unmittelbar dem Empfänger zugestellt werden können, auf den Güterbahnhöfen den Straßenverkehrsmitteln zur weiteren Verteilung übergeben werden müssen. Ladestraßen, Güterschuppen und Rampen sind die Übergabestellen. Enge Zusammenarbeit mit den Straßenverkehrsmitteln sorgen dafür, daß die Abfuhr rechtzeitig erfolgt.*

Mit der Reichsbahn durch deutsche Lande

Die Poesie der Eisenbahntechnik

Brausend und zischend fährt das Dampfroß an. Ungebändigte Kraft liegt in der Maschine, wenn sie dampfend davonfährt, hinaus auf die Strecke. Die obige Einfahrt in den Bahnhof Stargard gibt ein schönes Bild von der Romantik der Eisenbahn.*

Die Gleise der Reichsbahn

30- Meter- Schienen

Die Entwicklung des Oberbaus hat im Laufe der Jahre zur Herstellung von immer längeren Schienen geführt, um die Zahl der Schienenstöße herabzumindern. Die bisher längsten Schienen von 15 m für freie Strecken und 18 m für Brücken, Tunnels und Überwege werden neuerdings durch 30 m lange Schienen abgelöst. Zunächst wurden die Schweißungen von zwei 15 m langen Schienen hergestellt, neuerdings jedoch 30 m lang gewalzt. Die 30 m langen Schienen vermindern die Zahl der Stöße und das Fahrgeräusch; außerdem gestalten sie den Zuglauf ruhiger. Die Reichsbahn verlegt deshalb zunächst auf Fernschnellstrecken 30- Meter- Schienen. Bis 1929 sind etwa 2200 Km Strecke damit ausgerüstet.*

Die Eisenbahner und ihre Reichsbahn

Der Lampenwärter

Die Wichtigkeit der Signale im Eisenbahnbetrieb, die dem Führer der fahrenden Lokomotive Fahrt-, Geschwindigkeits- und Haltebefehle von der Strecke her kundgeben, ist auch dem Laien bekannt. Es bedarf sorgfältiger Pflege und vieler fleißiger Hände, diese Signale in Betrieb zu halten. Ein Mann fällt uns da abends im Dämmerlicht auf, der geschäftigt, oft mehrere Laternen tragend, den Bahnkörper entlang eilt und jedes Signal rechtzeitig mit dem notwendigen Licht versieht. Ebenso gewissenhaft, wie der Lampenwärter abends um einwandfreies Brennen jeder Flamme besorgt ist, beeilt er sich morgens, wenn die Sonne ihren Sieg über die Dunkelheit davongetragen hat, alle Lampen wieder zu löschen, damit kein Brennstoff vergeudet wird.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Triebwagen mit Verbrennungsmotor

Triebwagen im Personenzugdienst sind ein gutes Mittel, durch häufiges Verkehren und schnelles Fahren dem Verkehrsbedürfnis zu entsprechen. Dadurch wird eine Fahrt auf der Nebenbahn im Wettbewerb mit dem Kraftverkehr wieder begehrenswert. Auch auf Hauptbahnen wird der Triebwagen als Zubringer für den Schnellzugverkehr von den kleineren Zwischenstationen nach größeren Knotenpunkten eine Rolle spielen.

Soweit nicht der Elektromotor für den Triebwagen als Antrieb verwendet wird, kommt der Triebwagen mit Verbrennungsmotor zur Weiterentwicklung. Je nach dem Verkehrcharakter einer Strecke stellt die Reichsbahn Leichttriebwagen, die dem Schienenomnibus ähneln, oder schwerere Typen in den Dienst.

Das obige Bild zeigt einen der modernen Benzoltriebwagen.

Neben 15 älteren Dampftriebwagen verfügt die Reichsbahn Anfang 1932 über 73 moderne Triebwagen mit Verbrennungsmotoren, ein Bestand, der im Interesse des Kundendienstes schnell vergrößert werden wird.*

Was dir die Reichsbahn sein will:

Fahrt in den Urlaub

Sommerzeit, Urlaubszeit, Reisezeit

Hinaus zieht es den Städter nach den Stätten der Erholung aufs Land, ins Gebirge oder an die See. Die Reichsbahn macht dir das Reisen leicht: Feriensonderzüge bringen dich zur Hauptreisezeit mit Schnellzuggeschwindigkeit bei 20- 60% ermäßigten Fahrpreisen an dein Ziel. Zur Rückfahrt kannst du jeden beliebigen Zug benutzen; bei Eil- und D- Zügen gegen Zahlung der üblichen Zuschläge. Daneben stehen Urlaubskarten zur Verfügung sowie Gesellschaftsfahrten und Gesellschaftssonderzüge für einen geschlossenen Teilnehmerkreis. Studenten, Schüler und Jugendverbände nehmen die  Ermäßigung für Schulfahrten und Jugendpflegefahrten in Anspruch. Den Ostpreußenbesuchern steht eine ganz besonders hohe Fahrpreisermäßigung in Gestalt der Ostpreußenrückfahrkarte zur Verfügung, eine Brücke zwischen dieser Ostmark und dem Reich schlagend.*

Reichsbahn und Wirtschaft

Stückgutschnellverkehr in leichten Güterzügen

Die seit dem Jahre 1929 bei der Deutschen Reichsbahn in immer steigendem Maße eingesetzten leichten Güterzüge ( "Leig" ) leisteten im Sommer 1931 bereits über 26 000 ZugKm werktäglich, das sind etwa 9% der zugkilometrischen Leistungen aller dem Güternahverkehr dienenden Züge, oder über 12 % der Nah- und Stückgüterzüge. Sie haben ganz erhebliche Beschleunigungen gebracht. Die Stückgüter werden heute im "Leig" mit durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeiten von 45 Km/ Std. befördert. Die Nahgüterzüge sind durch den Fortfall zahlreicher Stückgutkurswagen, deren Gut jetzt im "Leig" läuft, ebenfalls beweglicher und damit betrieblich wirtschaftlicher geworden. Je schneller gefahren wird, desto günstiger wird die Verkehrsbedienung, der Umlauf des rollenden Materials und der Personalverbrauch. Die Erfolge der "Leig" beruhen darauf, daß sie nur einen großen Laderaum haben, der sich als fahrbarer Güterschuppen für die Verwendung von Hubpaletten und Behältern aller Art und die Ordnung der Güter während der Fahrt gut eignet. Der " Leig" ist kurz, daher betrieblich ohne langwierige Rangierbewegungen auf kürzestem Wege an Schuppen und Rampen zu bringen.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Güterzugdienst

Ob Werktag oder Feiertag, unaufhörlich rollen die Räder der Güterzüge über die Strecken der Heimat. Wasserscheiden und Gebirge überwindet der Schienenstrang, die Rüstungsstätten des Reiches verbindend.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Das Reich der Signale

Stumm und doch eindringlicher als der lauteste Befehl ist das Gebot der Signale. Als Wächter am Schienenweg sperren die waagerechten Flügel der Hauptsignale bei Tage oder das rote Licht bei Nacht den folgenden Streckenabschnitt, kompromislos ihrem Willen bekundend.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Freie Fahrt

"Freie Fahrt" nur zwei Worte aus dem großen Codex der Signalsprache, die mit vielen Zeichen redet. Über 56 000 Hauptsignale und 26 000 Vorsignale, sowie 13 000 andere verstellbare Signale der Reichsbahn sprechen in dieser Sprache zu den Zügen, ein Ausdruck für die Sorge um die Sicherung des Eisenbahnverkehrs. Unentwegt wird hier weitergearbeitet durch weitere Vervollkommnung, denn Sicherheit ist die erste Sorge der Reichsbahn.*

Aus dem Betriebe der Reichsbahn

Reichsbahn und Kleinbahnen

In dem Netz der deutschen Reichsbahnen sind seit Erlaß des Kleinbahngesetzes vom 28. Juni 1892 zur Ergänzung und Ausfüllung der im Reichsbahnnetz enthaltenen Lücken eine große Anzahl von privaten Verkehrsunternehmungen entstanden. Von den ausgeführten Einzelunternehmungen werden regel- und schmalspurige Bahnen in Deutschland privatwirtschaftlich betrieben. Die Betriebsleitung obliegt, abgesehen von den in den Provinzen Brandenburg, Hannover, Sachsen und Westfalen liegenden Strecken, hauptsächlich einer Anzahl Konzerne. An der Spitze dieser Konzernverwaltungen steht die

      Aktiengesellschaft für Verkehrswesen mit ihren Töchtern:

             Allgemeine Deutsche Eisaenbahnbetriebsgesellschaft m.b.H.,

             Lenz & Co., G.m.b.H.,

             Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft,

             Westdeutsche Eisenbahngesellschaft,

             Würtembergische Nebenbahnen Akt.-Ges..

       Diese Tochtergesellschaften führen die Betriebe von 74 Gesellschaften mit im  

       ganzen 3350 Km Bahnen.

 

Die nächstgrößten Gesellschaften sind:

            die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft in Darmstadt mit 346 Km,

            die Zentralverwaltung für Sekundärbahnen Hermannn Bachstein, mit 250 Km

            die Münchner Lokalbahn Akt.- Ges., München, mit 188 Km und

            die Akt.- Ges. für Bahn- Bau und Betrieb, Frankfurt a. Main, mit 140 Km.

 

Die Unternehmungen beschäftigen rund 15 000 Angestellte und 18 000 Lohnempfänger. Die Belange des gesamten deutschen Wirtschaftslebens erfordert eine dauernde Beachtung dieser Verhältnisse, damit die privaten Verkehrsunternehmungen, die heute im weitesten Umfang als Zufuhrbahnen für die Reichsbahnen anzusprechen sind, lebensfähig erhalten werden.*